Die Wahrheit: deshalb ist Religion gefährlich

Religion ist Glaube mit dem Anspruch auf Wahrheit. Wer meint die Wahrheit zu kennen, muss auf die Wahrheiten anderer keine Rücksicht mehr nehmen. Die Intoleranz ist damit im Kern angelegt. Und Intoleranz fügt Menschen sinnlose Schmerzen zu.

Wenn Religion dazu führt, dass es Menschen völlig unnötig schlecht geht, dass Menschen beschämt und geächtet werden, wenn dadurch Menschen verfolgt, unterdrückt oder misshandelt werden, dann ist Religion gefährlich.

Leider scheint das mehr Regel als Ausnahme zu sein. Dabei sind die verschiedenen Religionen im Grunde alle gleich schlimm.

Zwar gibt es aktuell im Christentum keine Hexenverbrennungen mehr, aber ein “es war schon schlimmer” macht es nicht gut. Christliche Kreationisten beschimpfen jeden, der Evolution nicht für Teufelswerk hält, als Satansbrut, die in der Hölle schmoren wird. Einem kleinen mormonischen Mädchen, dass sich vor Ihrer Gemeinde zu ihrer Homosexualität bekenn stellt der Pfarrer das Mikrophon ab. Ein Kardinal eignet sich 430.000 Euro Spenden für ein Kinderheim an, um damit ein 400 Quadratmeter Penthouse zu renovieren. Zur Rechenschaft gezogen wird der in den Vorgang verstrickte ehemalige Direktor der Kinderklinik. Der Kardinal kommt unbehelligt davon.

In Indien bringen Hindus Muslime um, weil die Rindfleisch gegessen haben (oder jedenfalls dessen verdächtigt werden).

In Myanmar wird die rechtlose und ohnehin unterdrückte muslimische Minderheit der Rohingya überfallen, ermordet und vertrieben. Ausgerechnet von Buddhisten, deren Religion gemeinhin als so friedlich gilt.

In Pakistan sieht das Gesetz für die “Schändung des Korans” eine lebenslängliche Haft und für die “Beleidigung des Namens Mohammeds” die Todesstrafe vor. Sunnitische und Schiitische Selbstmordattentäter sprengen Menschen der jeweils anderen islamischen Konfession in den Tod, wenn gerade keine Christen griffbereit sind. Frauen, die aktuell immer noch nicht Autofahren dürfen (ab Juni 2018 dürfen sie) und auch dann immer noch für jeden Pups einen männlichen gesetzlichen Vormund benötigen.

Zölibat. Kinderhochzeiten. Genitalverstümmelungen.

Aktuell gibt es neben den Weltreligionen (Christentum, Islam, Judentum, Hinduismus, Buddhismus, Taoismus) noch 30 größere Religionen und viele tausend kleine Religionen und Sekten. In der Vergangenheit gab es abertausende inzwischen historische, die heute verschwunden sind. Und ein früher Christ im 2.Jahrhundert hat mit einem Christ im 10 Jahrhundert, einem im 16. Jahrhundert und einem im 21. Jahrhundert vermutlich auch nicht so furchtbar viel gemein.

Die Chance zufällig in den einen Glauben hineingeboren zu sein (oder zu ihm missioniert zu werden), der tatsächlich DIE Wahrheit repräsentiert, ist im Grunde nicht existent – und wenn es denn einen obersten Weltenschöpfer geben sollte, dem es darauf ankäme, dass ein Mensch der richtigen Religion angehört, dann dürfte es die vielen tausend Religionen überhaupt nicht geben, sondern eben nur eine.

Das Abschlusswort zum Thema erteile ich dem inzwischen leider verstorbenen George Carlin.

Quellen und Artikel zum Thema:

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