Donald Trump und Alice Weidel in der geistigen Tradition Adolf Hitlers

Es kommt immer mal wieder vor, dass mir zu tagespolitischen Geschehen ein Nazi-Vergleich in den Sinn kommt. In der Regel verwerfe ich diesen schnell wieder. Nach meinem Gefühl wird der Schrecken und die Unmenschlichkeit der Nazi-Zeit durch solche Vergleiche in grober Weise verharmlost.

Das darf aber nicht dazu führen, dass man sprachlos bleibt, wenn einem Gedankengut begegnet, das ähnlich menschenverachtend ist. Es gibt schließlich nichts was eindrücklicher vor Augen führen kann, wohin menschenverachtende Ideologie in letzter Konsequenz führt, als eben die Nazi-Zeit.

Bei den Nazis stand vor der Verfolgung und Vernichtung zunächst die Brandmarkung als Untermensch.

Damit brutale Gewalt möglich wird, muss der Nächste zunächst aus der Gemeinschaft der Menschen ausgeschlossen und für Mitleid unzugänglich gemacht werden. Auf ethnischer (Juden, „Zigeuner“), rassistischer (Schwarze), politischer (Kommunisten) oder moralischer Basis (Homosexuelle, „Asoziale“) wird deshalb der Ausschluss aus der menschlichen Gesellschaft festgestellt mit der Absicht, dem Gegner insgesamt das Menschsein abzusprechen.

Den Begriff Untermensch verwendete der konservative Publizist Paul Rohrbach wiederholt. In der Zeitschrift Gewissen (Gewissen, 9. Jg. (1927), Nr. 12, 21. März 1927 ) äußerte er sich wie folgt:

„Was ist das, der Untermensch? Kein Begriff, keine bloße Idee, kein Sinnbild und kein Gleichnis, sondern etwas schreckhaft Lebendiges. Wenn wir sagen, dass unsere Volkszukunft bedroht ist durch den Untermenschen, so heißt das: unter uns verkleinert sich die Zahl der Menschen, deren Erbmasse reich genug an Tüchtigkeit ist!“

Was sagte nun Fr. Dr. Alice Weidel am 16.05.2018 im Deutschen Bundestag?

„Seit 1972 werden in Deutschland jedes Jahr weniger Kinder geboren als Menschen sterben. Für die Überlebensfähigkeit eines leistungsfähigen Staates ist das ein Problem. Was haben Sie dagegen getan? Nichts. Naja, jedenfalls nichts Wirksames. Denn Sie setzen ausschließlich auf kompensatorische Einwanderung. Das sagen Sie ja die ganze Zeit. Bei muslimischen Zuwanderern schaut die Geburtenrate nämlich ganz anders aus. Sogar die Auffettung der Einwohnerzahl durch zugewanderte Straftäter mit mehrfachen Identitäten scheint Sie überhaupt gar nicht zu stören. Doch, ich kann Ihnen sagen, Burkas, Kopftuchmädchen und alimentierte Messer-Männer und sonstige Taugenichtse werden unseren Wohlstand, das Wirtschaftswachstum und vor allem den Sozialstaat nicht sichern.

Nach diesen Äußerungen sind für Fr. Weidel muslimische Zuwanderer und deren in Deutschland geborene Kinder untüchtige Taugenichtse.

Aufgrund von Abstammung und Religion stuft Frau Weidel andere Menschen faktisch als Untermenschen ein, quasi als überflüssiges Fett, das den gesunden Volkskörper schädigt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Weidels Entfettungs-Strategien sonderlich human ausfallen würden. Macht ja aber nichts, wenn die überfüssigen Fettzellen nicht mehr richtige Menschen sind.

Und was sagte Donald Trump am selben Tag in Washington?

“We have people coming into the country or trying to come in, we’re stopping a lot of them, but we’re taking people out of the country. You wouldn’t believe how bad these people are. These aren’t people. These are animals.

Übersetzt:

„Wir haben Leute, die ins Land kommen oder versuchen hereinzukommen, wir stoppen viele von ihnen, aber wir bringen Leute aus dem Land. Sie würden nicht glauben, wie schlecht diese Leute sind. Das sind keine Menschen. Das sind Tiere.

Trump geht also noch einen Schritt weiter als Weidel. Nicht Taugenichtse, nicht Untermenschen, sondern gleich Tiere sollen illegale Einwanderer sein.

Sowohl Weidel als auch Trump üben sich damit in einer Weise in verbaler Gewalt und Ausgrenzung, die in der geistigen Tradition des Nationalsozialismus steht und das vorbereitete, was in Deutschland nach Machtergreifung und Gleichschaltung geschah. Wer an diesen bösartigen Demagogen noch ein gutes Haar zu finden vermag, sollte sich besser nochmal ein wenig mit der deutschen Geschichte auseinandersetzen.

Quellen und Artikel zum Thema:

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