“Strategie” zur nationalen Sicherheit der USA – und die Realität

Vor wenigen Tagen stellte Donald Trump seine “Strategie zur nationalen Sicherheit” der USA vor.

In der Präambel dazu erklärte er dass Amerika nach seinem ersten Jahr im Amt nun wieder führend auf der Weltbühne sei. Amerika habe seine Freundschaften im Nahen Osten erneuert. Amerikas Verbündete trügen nun mehr zur gemeinsamen Verteidigung bei und würden sogar die stärksten Allianzen der USA stärken. Zuvor hätten rivalisierend Mächte aggressiv die Interessen Amerikas auf der ganzen Welt untergraben. Jetzt sei die ganze Welt durch die Erneuerung Amerikas und die wiedererwachte Amerikanische Führung beschwingt.

Die entsprechenden Originalabschnitte aus der Präambel:

During my first year in office, you have witnessed my America First foreign policy in action. We are prioritizing the interests of our citizens and protecting our sovereign rights as a nation. America is leading again on the world stage. We are not hiding from the challenges we face. We are confronting them head-on and pursuing opportunities to promote the security and prosperity of all Americans.
(…)
The United States faces an extraordinarily dangerous world, filled with a wide range of threats that have intensified in recent years. When I came into office, rogue regimes were developing nuclear weapons and missiles to threaten the entire planet. Radical Islamist terror groups were flourishing. Terrorists had taken control of vast swaths of the Middle East. Rival powers were aggressively undermining American interests around the globe.
(…)
We are rallying the world against the rogue regime in North Korea and confronting the danger posed by the dictatorship in Iran, which those determined to pursue a flawed nuclear deal had neglected. We have renewed our friendships in the Middle East and partnered with regional leaders to help drive out terrorists and extremists, cut off their financing, and discredit their wicked ideology. We crushed Islamic State of Iraq and Syria (ISIS) terrorists on the battlefields of Syria and Iraq, and will continue pursuing them until they are destroyed. America’s allies are now contributing more to our common defense, strengthening even our strongest alliances. We have also continued to make clear that the United States will no longer tolerate economic aggression or unfair trading practices.
(…)
The whole world is lifted by America’s renewal and the reemergence of American leadership. After one year, the world knows that America is prosperous, America is secure, and America is strong. We will bring about the better future we seek for our people and the world, by confronting the challenges and dangers posed by those who seek to destabilize the world and threaten America’s people and interests.

Weil die Staaten Europas Trumps Amerika vertrauen, haben sie beschwingt von der Führung Amerikas vor kurzen den Grundstein zu einer Europäischen Verteidigungsunion gelegt. Das hilft ganz bestimmt, die stärksten Allianzen der USA weiter zu stärken.

Man sollte es angesichts der wunderbar erneuerten Freundschaften der USA im Nahen Osten auch nicht überinterpretieren, dass die Organisation Islamischer Staaten (57 Mitgliedsstaaten) auf einem Sondergipfel in Istanbul am 13.12.2017 die Anerkennung Jerusalems als israelische Hauptstadt durch die USA als gefährlichen Schritt verurteilt und alle Staaten der Welt ihrerseits dazu aufgerufen hat, den Staat Palästina mit Hautstadt Ostjerusalem anzuerkennen.

Am 18.12.2017 hat die USA dann per Veto eine Resolution Ägyptens in UN-Sicherheitsrat zu Fall gebracht, mit der die Jerusalem-Entscheidung Trumps für nichtig erklärt werden sollte. Die 14 übrigen Ratsmitglieder – unter ihnen die amerikanischen Verbündeten Großbritannien und Frankreich – stimmten für die von Ägypten eingebrachte Vorlage. Frankreichs UN-Botschafter François Delattre bezeichnete den Entwurf als “guten Text”, der vollkommen mit früheren UN-Resolutionen übereinstimme. Ähnlich äußerte sich der britische UN-Botschafter Matthew Rycroft.

Die USA reagierte empört auf das Votum. Ihre UN-Botschafterin Niki Haley sprach in New York von einer „Beleidigung, die wir nicht vergessen werden“.

Das ist natürlich nur ein Missverständnis. Es kann gar keine Beleidigung gewesen sein. Alle Welt schaut viel zu sehr zu Amerika auf. Niemals könnte es einem der loyalen Vasallenstaaten der USA in den Sinn kommen die USA zu kritisieren, geschweige denn sie zu beleidigen.

Zum Glück muss man sicher aber keine Gedanken machen, dass die USA nun etwa aggressiv reagieren könnte. Aggressiv sind nur die rivalisierenden Mächte. Die USA ist über so etwas erhaben. Sie beschwingt ihren Fanclub und hat es nicht nötig zu drohen.

Als nächstes will die Vollversammlung der UN zur Jerusalem-Frage abstimmen. Donald Trump, der unumstrittene Führer der Welt, sieht das wohlwollend und nimmt die Sache locker.

Man beobachte die Abstimmung genau, erklärte Trump am Mittwoch im Weißen Haus. Er warf den Unterstützern der Resolution vor, sich gegenüber den Vereinigten Staaten undankbar zu verhalten. “Sie nehmen Millionen von Dollar, sogar Milliarden von Dollar, und dann stimmen sie gegen uns. Nun, wir beobachten diese Abstimmungen. Sollen sie gegen uns stimmen. Dann sparen wir eine Menge. Es ist uns egal.”
(Quelle: Spiegel Online)

Kein bisschen aggressiv.

Es könnte aber natürlich passieren, dass wirtschaftlich starke Länder wie China aggressiv einspringen, wenn US-Entwicklungshilfezahlungen künftig ausfallen. Das wäre richtig gemein, um nicht zu sagen heimtückisch.

Dann wird unser geliebter Führer bestimmt wieder traurig und lässt uns mit einem “SAD!” (deutsch: “TRAURIG!) an seinem Gefühlszustand teilhaben. Trump ist eben nicht nur ein großartiger Anführer, sondern auch ein Mann wirklich großer Gefühle. *schmacht*

Quellen und Artikel zum Thema:

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