Trump im Schwanzvergleich: „habe den größeren Atomknopf“

Im Vorwahlkampf um die Präsidentschaftskandidatur 2017 äußerte sich der republikanische Mitbewerber Marco Rubio spöttisch über die Hände von Donald Trump: „Sie wissen ja, was man über Leute mit kleinen Händen sagt…“

In der anschließenden TV Debatte bezeichnete Trump seinen Kontrahenten dann wiederholt als den „kleinen Marco“ und zeigte demonstrativ Hände: „Schauen Sie sich diese Hände an. Sind das kleine Hände?“

Trump ist seine Männlichkeit wichtig. Leider ist es die Art von “Männlichkeit”, die Männern einen schlechten Ruf verschafft.

Den schwierigsten Moment seiner Kampagne hatte er, als Videoaufzeichnungen aus dem Jahr 2005 auftauchten, in denen er dem Fernsehmoderator Billy Bush (einem Cousin von Ex-Präsident George W. Bush) sagte: „Weißt du, ich fühle mich automatisch den Hübschen zugetan – ich fange einfach an sie zu küssen. Wie ein Magnet. Einfach losküssen. Ich warte nicht mal. Wenn du ein Star bist, lassen sie dich alles tun. Fass ihnen einfach an die Scheide. Du kannst alles machen.“

Er hat sich damals für die Äußerungen entschuldigt – und Clinton wegen Ihres Verhaltens bei der Lewinski-Affäre Ihres Mannes Bill Clinton angegriffen. Fast 20 Frauen haben Trump damals beschuldigt ihn sexuell belästigt zu haben. Das war vor #meetoo. Und Trump wurde bekanntlich trotzdem gewählt und kam ungeschoren davon. Neuerdings behauptet er sogar die Aufzeichnung sei manipuliert und nicht real, sondern ein Fake.

Aktuell vergleicht Trump seine Schwanzlänge mit der des nordkoreanischen Diktators Kim Yong Un, den er in der Vergangenheit schon als „kleines Raketenmännlein“ (little rocket man) bezeichnete.

Kim Yong Un hatte sich in seiner Neujahrsansprache damit gebrüstet: “Die gesamten Vereinigten Staaten liegen in Reichweite unserer Kernwaffen und auf meinem Schreibtisch steht immer ein Atomknopf. Das ist keine Drohung, sondern die Realität.”

Trump tweetete zurück: „Der nordkoreanische Führer Kim Jong Un hat gerade erklärt, dass der “Atomknopf” immer auf seinem Schreibtisch bereitsteht. Kann jemand aus seinem ausgelaugten und halb verhungerten Regime ihn bitte informieren, dass ich auch einen Atomknopf habe, aber dass es ein viel größerer und mächtigerer ist als seiner und dass mein Knopf funktioniert!“

Im Original:

Im englischen Sprachgebrauch gibt es das “chicken game” als Mutprobe unter testosteronverseuchten Halbstarken: Zwei Sportwagen fahren mit hoher Geschwindigkeit aufeinander zu. Wer ausweicht, beweist damit seine Angst und hat verloren. Weicht keiner aus, haben beide die Mutprobe bestanden. Sie haben aber nicht viel davon, denn beide sind tot.

Nur weil Trumps Wagen schneller ist, heißt das natürlich nicht, dass Kim Jong Un am Ende tatsächlich ausweicht.

Und selbst falls Kim Jong Un ausweicht, heißt das nicht, dass in Trump nicht einfach trotzdem niederfährt. Saddam Hussein haben seine (korrekten) Beteuerungen, dass er keine Massenvernichtungswaffen besitze, damals ja auch nicht geholfen – obwohl der damalige US-Präsident George W. Bush zumindest ein wenig berechenbarer und verantwortungsvoller als Donald J. Trump war.

Wenn es zur Kollision kommt, sind leider nicht nur die Teenager betroffen, sondern 24 Millionen Nordkoreaner, 50 Millionen Südkoreaner und 325 Millionen US Amerikaner. Und natürlich alle, die links, rechts, oben, unten und dazwischen leben.

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